Queensgold/ Expert Plus GmbH ist zahlungsunfähig. Anleger sollen Forderungen anmelden.

Hamburg, 23.07.2015. Nachdem die BaFin die Rückabwicklung der Queensgold-Sparbücher angeordnet hatte (wir berichteten), wurde jetzt das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Initiatorin, der Berliner Expert Plus GmbH, vor dem Charlottenburger Amtsgericht eröffnet (36e IN 1874/15). Weil das Unternehmen zahlungsunfähig ist. Herr Rechtsanwalt Dr. Dirk Wittkowski wurde zum Insolvenzverwalter bestellt und hat die Gläubiger mittlerweile aufgefordert, ihre Forderungen bis zum 28.09.2015 zur Insolvenztabelle anzumelden. 

Falls die Edelmetalle tatsächlich gekauft und auf den Namen des kunden eingelagert wurden, können die Anleger unter bestimmten Voraussetzungen ein Aussonderungsrecht geltend machen, § 47 InsO. "In dem Fall", ergänzt der auf das Banl- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Hamburger GRÖPPER KÖPKE Anlegeranwalt Matthias Gröpper, "bekommen die Anleger die Edelmetalle und können Sie selbst verwerten. Das ist meistens vorteilhaft. Weil die Insolvenzgläubiger in aller Regel aus Insolvenzforderungen nur eine Quote auf die Forderungen bekommen."

Rechtsanwalt Gröpper betont, dass das in jedem Einzelfall geprüft werden muss. Ergänzend dazu rät er Betroffenen, alle in Betracht kommenden Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen. Denn die BaFin vertritt die Meinung, dass es sich bei den Queensgold-Sparbüchern um erlaubnispflichtige Einlagengeschäfte gehandelt hat. Für die die Expert Plus GmbH nicht die notwendige Erlaubnis nach § 32 Abs. 1 KWG hatte. Mit weitreichenden Folgen. Rechtsanwalt Gröpper sagt: "Der Bundesgerichtshof ist der Meinung, dass diese Norm ein Schutzgesetz ist. Und das Unternehmen, die Unternehmensverantwortlichen und die Vermittler haften, weil sie das Schutzgesetz verletzt haben. Im Zweifel auch mit dem Privatvermögen."

Für Anleger, die das Nachrangdarlehen Aura Maxx gekauft haben, gilt das wahrscheinlich nicht. Das war kein erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft. In dem Fall sollten die Anleger Schadensersatzansprüche aus Beratungsverschulden prüfen lassen.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Andreas Köpke

Expert Plus GmbH/ Queensgold

Hamburg/ Berlin/ Frankfurt, 12.05.2015. Nach dem spektakulären Zugriff der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Zusammenhang mit den Goldsparplänen der BWF Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung vor knapp zweieinhalb Monaten haben die Aufseher jetzt den nächsten Edelmetallhändler im Visier. Die BaFin verbot der Berliner Expert Plus GmbH am 25.02.2015 das Einlagengeschäft und ordnete die sofortige Rückabwicklung aller Verträge an und verplfichtete die Expert Plus GmbH zur unverzüglichen Rückzahlung der angenommenen Kundengelder.

Die Berliner Goldverkäufer wurden 2010 gegründet und bot den Kunden Goldsparpläne, das Produkt Queensgold Sparbuch, an und versprachen ihnen, das Gold zu einem späteren Zeitpunkt zu, Einstandspreis einschließlich eines Aufschlags zum originären Einstandspreis der Anleger zurückzukaufen. Die Rendite wollte die Expert Plus GmbH aus dem Goldhandel ziehen. Deshalb sollten die Queensgold Kunden der Gesellschaft das Gold als Sachdarlehen zur Verfügung stellen.

"Das Geschäftsmodell", meint der auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierte Hamburger GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwalt Matthias Gröpper, "erinnert frappierend an die Idee der Berliner BWF Stiftung. In dem Fall hatte die BaFin am 25.02.2015 zugeschlagen und mit 120 Polizeibeamten die Geschäfts- und Wohnräume von 19 Tatverdächtigen durchsucht und Geschäftsunterlagen beschlagnahmt." "Und wir fanden dieses Geschäftsmodell", ergänzt der Hamburger Anlegeranwalt, "von Anfang an unschlüssig. Denn der Preis der Edelmetalle wird durch viele Faktoren beeinflusst und ist volatil. Deshalb finden wir das Versprechen, die Edelmetalle zu einem späteren, vertraglich fixierten Datum zu einem bestimmten Preis zurückzunehmen, unglaubwürdig." 

Wenn Vermittler, meinen die GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte, nicht auf die Unschlüssigkeit des Investments hingewiesen haben, könnten sie unter bestimmten Voraussetzungen haften. Und das Betreiben und die Vermittlung von erlaubnispflichtigen Einlagengeschäften ohne die Erlaubnis indiziert die Verletzung des § 32 Abs. 1 Satz 1 KWG. "Und diese Norm", sagt Gröpper, "ist ein Schutzgesetz. Mit weitreichenden Folgen; Betreiber und Vermittler haften gegebenenfalls. Unabhängig von der Beratungsqualität. Das hat der Bundesgerichtshof wiederholt bestätigt (III ZR 238/03, IV ZR 166/11)."Das ist eine wichtige Chance für Betroffene, die zwischenzeitlich Kursverluste erlitten haben. Denn in den Fällen bekommen die Anleger alles, was sie ursprünglich eingesetzt haben, zurück. 

Dies vorausgeschickt raten die Anlegeranwälte allen Betroffenen, sich von einem auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt zu wenden und alle in Betracht kommenden Ansprüche prüfen zu lassen.

Der Edelmetall Händler hatte gegen die Verfügung der BaFin Widerspruch eingelegt und beim Frankfurter Verwaltungsgericht die Widerherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs beantragt. Das hat das Gericht am 25.04.2015 abgelehnt. Aber die Expert Plus GmbH hat noch Rechtsmittel gegen Einstellungs- und Abwicklungsverfügung. Aber die GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte schätzen die Erfolgschancen schlecht ein. "Denn wir finden die Begründung der BaFin plausibel.". 

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper