IDEENKAPITAL NAVALIA Fonds

Hamburg/ Düsseldorf, 02.02.2014. Das Düsseldorfer Emissionshaus IDEENKAPITAL GmbH hat seit 1994 rund € 2,3 Mrd. Eigenkapital platziert und betreut heute 73.000 Anleger. Dazu zählen auch viele Schiffsfonds.

Jetzt drohen viele Betroffene den größten Teil ihres Einsatzes zu verlieren. Rund 6.000 Anleger mit einem Gesamtkommanditeigenkapitalanteil in Höhe von € 220 Mio. sollen dem Verkauf von 15 Schiffen aus 13 NAVALIA Schiffsfonds an eine Poolgesellschaft über ein strukturiertes Verkaufskonzept zustimmen.

Die Fonds sollen ihre Schiffe an eine Zweckgesellschaft, hinter der ein neuer Investor steht, verkaufen. Der Kaufpreis folgt aus dem Marktwert der Schiffe. Er wird aber nicht sofort an die Anleger sondern in zwei Tranchen gezahlt. Die erste Tranche folgt aus der Summe, die für die Begleichung der offenen Schiffskreditlinien folgt. Die zweite Tranche wird vom MANAGER MAGAZIN zutreffend als "eine Art Besserungsschein" bezeichnet; die Anleger sollen bis 2019 am Betriebsergebnis und einem etwaigen späteren Verkaufserlös. Beim Schiff "Port Moresby" heißt das beispielweise: Das Schiff ist € 14 Mio. wert und hat Kreditschulden in Höhe von € 12,6 Mio. Der Investor tilgt die Verbindlichkeiten aus dem Schiffskredit und schreibt der Fondsgesellschaft, also den Anlegern, eine nachrangige Forderung aus dem Betrieb und dem Verkaufserlös des Schiffs bis zur Höhe des Differenzwerts zwischen dem Marktpreis und den Kreditschulden, also in dem Fall € 1,4 Mio. zu.

In dem Fall werden die betroffenen NAVALIA 9 Anleger, meinen die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte,  den Großteil des eingesetzten Investments verlieren. Bei den anderen NAVALIA Fonds sieht es ähnlich aus.

Nach der Einschätzung des GRÖPPER KÖPKE Anlegeranwalts Matthias Gröpper müssen die Anleger auf die Entwicklung des Schiffsmarkts wetten und werden gegebenenfalls an einer Erholung allenfalls marginal partizipieren. Der Investor kann andererseits nichts verlieren, weil die ausgelobten Marktpreise weitgehend dem Schrottwert entsprechen. Das heißt, dass der Investor fast kein Risiko eingeht und die Anleger fast keine Chance auf einen Mehrwert aus dem Investment haben. Deshalb vertritt Gröpper die Meinung, dass das Angebot dringend nachgebessert werden muss: "Die Anleger sollten wenigstens durchsetzen, dass sie an dem positiven Betriebsergebnis und dem Verkaufserlös bis zur Höhe des Marktwerts vorrangig bedient werden und im Anschluss daran hälftig am Mehrwert der Nutzung und der Verwertung der Schiffe beteiligt werden. Und bis auf Weiteres gegen das Verkaufskonzept stimmen."

Parallel dazu raten wir allen Betroffenen, alle in Betracht kommenden Schadensersatz- und Rückabwicklungsansprüche prüfen zu lassen.

Denn wenn der Berater so ein Investment als sicher bezeichnet , haftet er (BGH, Urteil vom 19.10.2006, III ZR 122/05). Und der unterlassene Hinweis auf die Tatsache, dass Entnahmen und Ausschüttungen nicht zwingend der tatsächlichen Rendite entsprechen (BGH, Urteil vom 26.09.2005, II ZR 314/03) führt wie der fehlende Hinweis auf die eingeschränkte Handelbarkeit dieser Beteiligungen (BGH, Urteil vom 18.01.2007, III ZR 44/06) zum Schadensersatzanspruch. Darüber hinaus kommt die Rückabwicklung in Betracht, wenn nicht oder nicht richtig über das Widerrufsrecht belehrt wurde. Und wenn der Vermittler dem Kunden verschwiegen hat, dass er für den Vermittlungserfolg von der Emittentin ein Kopfgeld kassiert, könnte er sich unter bestimmten Voraussetzungen auch schadensersatzpflichtig gemacht haben (BGH, Urteil vom 19.12.2006, XI ZR 56/05). Darüber hinaus sind Vertriebskostenquoten in Höhe von mehr als 15% der Anlegergelder ausdrücklich aufklärungspflichtig, weil der unternehmerische Erfolg der Beteiligung angesichts des hohen Kapitalabflusses von Anfang an unwahrscheinlich ist (BGH, Urteil vom 12.02.2004, III ZR 359/02)."

Bei vielen Fonds, das betrifft vor allem Schiffsfonds, liegt die Vertriebskostenquote bei mehr als 15% des Kommanditeigenkapitals.  Und die meisten Fondsobjekte werden nicht ausschließlich mit den Anlegergeldern, sondern zu einem erheblichen Teil kreditfinanziert. Und dem Kreditgeber wird eine Sicherheit am Fondsobjekt eingeräumt. Im Krisenfall bleibt für die Anleger deshalb häufig nichts übrig.

Und solche Investments sind erst recht nichts für die Altersvorsorge. Das hat der Bundesgerichtshof wiederholt klargestellt. Und die Berater, die nicht darauf hingewiesen haben, verurteilt (BGH, Urteil vom 08.07.2010, III ZR 249/10, BGH, Urteil vom 19.11.2009, III ZR 169/08).

Nach Lage der Dinge sind folgende Fonds betroffen: NAVALIA 02 MT Port Moody, NAVALIA 03 MT Port Russel, NAVALIA 04 MT Port Stanley, NAVALIA 05 MT Port Union, NAVALIA 06 MT Port Said, NAVALIA 07 MT Port Stewart, NAVALIA 08 MT Port Nelson / Port Mouton, NAVALIA 09 Port Moresby / Port Melbourne, NAVALIA 10 MS Port Maubert, NAVALIA 11 MS Port Manier, NAVALIA 12 MS Port Kelang, NAVALIA 13 MS Port Elisabeth.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Oliver Frick