POSTBANK kassiert für die Vermittlung der Anteile der MS "RIO ADOUR" auch noch Motorräder

Hamburg, 08.10.2013. Anleger, vor allem Postbank-Kunden, des Schiffsfonds "RIO ADOUR" haben bis jetzt noch viel von ihrem Geld wiedergesehen. Und drohen angesichts des sehr schwierigen Marktumfelds alles zu verlieren. 

Jetzt wurde bekannt, dass die Vermittler der Beteiligung an dem kleinen Vollcontainerschiff, dass von der insolventen Münchmeyer Petersen Capital AG (MPC) aufgelegt wurde, extrem hohe Zuwendungen kassiert haben. Neben den Provisionen in Höhe von US$ 6,149 Mio. hat die Initiatorin auch noch für besonders umsatzstarke Berater wertvolle Prämien ausgelobt. Nach den Recherchen des Magazins STERN sollen Postbank-Berater 2006 für (jeweils) US$ 100.000,00 platziertes Kommanditeigenkapital auch noch ein Motorrad erhalten haben. Und das wurde nicht im Verkaufsprospekt ausgewiesen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (XI ZR 56/05) müssen Anlageberater die Kunden unaufgefordert über alle geldwerten Vorteile, die sie aus der Vermittlung der Investments ziehen, aufklären. Wenn Sie das vergessen, haften sie. Und das hat gute Gründe. Der Berater begibt sich in einen Interessenkonflikt, wenn er von Dritten für die Vermittler Gelder annimmt. Denn der Kunde läuft in dem Fall Gefahr, dass die Anlageempfehlung vor allem aus dem Provisionsinteresse des Beraters folgt und nicht oder nicht so sehr im Interesse des Kunden gegeben wurde.

Zudem führt der auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Hamburger GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwalt Matthias Gröpper aus: "Und in dem kommt erschwerend hinzu, dass das Anlagekonzept nach unserer Einschätzung unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs von Anfang an unschlüssig gewesen ist. Der Fonds hat ein Viertel der Anlegergelder duch weiche Kosten, vor allem Vermittlungsprovisionen und Konzeptionskosten, verbrannt. Geld, das von Anfang an fehlt. Der Bundesgerichtshof hält den wirtschaftlichen Erfolg von Investments in geschlossene Beteiligungen mit einer Vertriebskostenquote in Höhe von mehr als 15% von Anfang an für unwahrscheinlich (II ZR 359/02)."

In dem Fall kommt, soweit der Vorgang Vermittlungen durch die Postbank betrifft, erschwerend hinzu, dass die Postbank nach den Recherchen des STERN ein sittenwidriges Geschäftsmodell für den Absatz möglichst vieler hochspekulativer Beteiligungen an an und für sich sicherheitsorientierte Kleinsparer geschaffen hat. Mehr zum PostbankSkandal gibt es hier. 

GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte hilft.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Oliver Frick