LLOYD Fonds 94, MS "TOSA SEA" Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG

Hamburg, 17.08.2012. Der seit langem umstrittene LLOYD Fonds 94 ist in der Insolvenz. Das Amtsgericht Bremen bestellte Herrn Sven Lunddehn zum Insolvenzverwalter (524 IN 20/12). Die Betroffenen, die über den Fonds in den Bulkcarrier MS "TOSA SEA", investiert haben, sten vor den Scherben ihres Investments. Nach Lage der Dinge werden die Anleger, schätzt der auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper, alles verlieren.

"Und das war," meinen die GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte, "von Anfang an abzusehen. Zu der Zeit brandete schon die erste Pleitewelle bei den Schiffsfonds auf. Das Kapital für das Schwesterschiff der TOSA SEA, die THIRA SEA, konnte 2009 nicht am Markt platziert werden. Deshalb beschlossen die Anleger des Schwesterschiffs, die THIRA SEA zu verkaufen und Verkaufserlös für die Beteiligung an der TOSA SEA zu verwenden."

Zudem war die Bonität des Charterers, die Glory Wealth Shipping GWS Pte Limited, zweifelhaft. Es gab keine harten Zahlen zu dem Unternehmen aus Singapur. Da die Seriosität der Prognoserechnungen und die Werthaltigkeit des Schiffs unmittelbar mit der Höhe der Charterraten und der Einbringlichkeit der Charterrraten abhängen, hätte man Anlegern nach der Einschätzung der GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte nur noch von dem Investment abraten können.

Es kam, wie es kommen musste. Der Wert des Schiffs sank. Zuletzt konnte das Schiffshypothekendarlehen nicht mehr bedient werden. Die finanzierende Uni Credit zog die Reißleine. Der Fonds ging in die Insolvenz. Und die Betroffenen verloren alles. 

Und können viel tun. "Der Bundesgerichtshof hat die Rechte der Betroffenen in den letzten Jahren durch eine Batterie anlegerfreundlicher Entscheidungen gestärkt. Wenn der Berater so ein Investment als sicher bezeichnet hat, haftet er (BGH, Urteil vom 19.10.2006, III ZR 122/05). Und der unterlassene Hinweis auf die Tatsache, dass Entnahmen und Ausschüttungen nicht zwingend der tatsächlichen Rendite entsprechen (BGH, Urteil vom 26.09.2005, II ZR 314/03) führt wie der fehlende Hinweis auf die eingeschränkte Handelbarkeit dieser Beteiligungen (BGH, Urteil vom 18.01.2007, III ZR 44/06) zum Schadensersatzanspruch. Darüber hinaus kommt die Rückabwicklung in Betracht, wenn nicht oder nicht richtig über das Widerrufsrecht belehrt wurde. Und wenn der Vermittler dem Kunden verschwiegen hat, dass er für den Vermittlungserfolg von der Emittentin ein Kopfgeld kassiert, könnte er sich unter bestimmten Voraussetzungen auch schadensersatzpflichtig gemacht haben (BGH, Urteil vom 19.12.2006, XI ZR 56/05). Darüber hinaus sind Vertriebskostenquoten in Höhe von mehr als 15% der Anlegergelder ausdrücklich aufklärungspflichtig, weil der unternehmerische Erfolg der Beteiligung angesichts des hohen Kapitalabflusses von Anfang an unwahrscheinlich ist (BGH, Urteil vom 12.02.2004, III ZR 359/02)," meint der GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwalt Matthias Gröpper.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Oliver Frick