MPC Münchmeyer Petersen Fonds vor dem Aus. Was Anleger wissen müssen.

Das Hamburger Fondshaus befindet sich in einer ernsten wirtschaftlichen Lage. Die MPC AG steht mit bis zu € 700 Mio. in der Schuld. Und die hat das Unternehmen nicht. Anleger sollen jetzt auf Millioenforderungen verzichten. Das macht nach der Einschätzung von GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte keinen Sinn. Die Hamburger Anlegeranwälte kennen den Schiffsfondsmarkt, vertreten mehrere hundert Betroffene und raten den Anlegern, zurückhaltend auf die Forderungen zu reagieren und stattdessen Dritte in Anspruch zu nehmen. Ein Hinweis von Frau Rechtsanwältin Nikola Schwadtke und Herrn Rechtsanwalt Matthias Gröpper.

Hamburg, 05.12.2012. Das Hamburger Fondshaus MPC Münchmeyer Petersen Capital AG (MPC) sitzt an der edlen Palmaille. Einer der schönsten Strassen Hamburgs. Mit Blick auf die Elbe. Und was die Unternehmensverantwortlichen auf dem südlichsten Nordseehafen Deutschlands sehen, dürfte beunruhigen. Die Branche kriselt. Ausweislich des jüngsten Geschäftsberichts steht der Anbieter von Schiffsfonds mit bis zu € 738 Mio. in der Schuld.

Sie hat im Zusammenhang mit der Emission des Containerschiffsfonds Beteiligungsgesellschaft Nordamerika-Schiffe 2 mbH & Co. KG (CPO Nordamerika 2) bei den Bauwerften Kredite in Höhe von $ 11,4 Mio. aufgenommen, um die Fertigstellung der fünf Vollcontainerschiffe MS CPO New York, MS CPO Baltimore, MS CPO Norfolk, MS CPO Miami und MS CPO Savannah zu sichern.

Und das könnte MPC nicht stemmen. Die Geschäftsführung hat jetzt Anleger angeschrieben und erklärt, dass die Inanspruchnahme die Leistungsfähigkeit der MPC übersteigen würde. Deshalb sollen die auf die Forderungen in Millionenhöhe verzichten.

Und das ist noch nicht alles. Bei den MPC-Lebensversicherungsfonds Rendite-Leben plus VII GmbH & Co. KG und Rendite-Fonds Leben plus spezial VI GmbH & Co. KG stehen die Anleger vor ähnlichen Problemen. Sie sollen auch auf Forderungen der Garantin MPC verzichten.

Die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte haben ausgerechnet, dass MPC durch Bürgschaften, Vorfinanzierungen und Platzierungsgarantieren bei einer ganzen Reihe von Fonds mit bis zu € 738 Mio. belastet ist. Und wenn die Forderungen aufleben sollten, wäre MPC nach der Meinung der Anlegeranwälte höchstwahrscheinlich zahlungsunfähig. Viele Fonds drohen zu kippen. Die Anleger könnten alles verlieren. Und sollen jetzt MPC durch den Verzicht sanieren.

GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwalt Matthias Gröpper: "In den meisten Fällen ist die Annahme dieser Deals wirtschaftlich unvernünftig. Die Betroffenen gefährden den Erfolg ihres Fonds und können alles verlieren."

"Auf der anderen Seite", meint die GRÖPPER KÖPKE Anlegeranwältin Nikola Schwadtke, "kann man einem nackten Mann sprichwörtlich nicht in die Taschen greifen. Deshalb raten wir den Anlegern, der guten Ordnung halber im Hinblick auf die mögliche Nichtdurchsetzbarkeit der Forderungen des Fonds gegen die MPC gegen die Beschlussvorlagen zu stimmen und sich vor allem auf die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen Dritte, die Geld haben, zu konzentrieren."

Denn viele Anleger dürften nach der Einschätzung der Hamburger GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte ganz ausgezeichnete Erfolgsaussichten haben: "Wir haben mittlerweile die Ansprüche von mehr als hundert Betroffenen geprüft und haben den Eindruck gewonnen, dass die Berater, häufig Banken, die Anleger nicht auf die Annahme von Zuwendungen hingewiesen haben und sie auch nicht darüber aufgeklärt haben, dass der wirtschaftliche Erfolg des Fonds unter Berücksichtigung der astronomisch hohen Vertriebskosten von Anfang an unwahrscheinlich gewesen ist. Beim MPC Schiffsfonds CPO Nordamerika 2 sind ist knapp ein Fünftel der Anlegergelder durch die Vertriebskosten verbrannt worden. Kapital, dass den Schiffen von Anfang an fehlte."

In den Fällen müssen die Vermittler nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Kunden über das daraus folgende unternehmerische Risiko informieren. Wenn die das unterlassen haben, haften sie (BGH, Urteil vom 02.02.2004, III ZR 359/02). GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwältin Nikola Schwadtke meint: "Und das lief meistens so. Denn wenn die Anleger gewusst hätten, dass sie von einer Einlage in Höhe von € 50.000,00 € 10.000,00 für die Vertriebskosten verschwenden, hätten die die Beteiligungen in den meisten Fällen schwerlich gekauft."

Zudem hat der Bundesgerichtshof eine andere, vielversprechende Angriffslinie für die Fondsgeschädigten geschaffen. Wenn die Banken für die Vermittlung der Beteiligungen einen Teil des Aufgeldes kassieren, müssen sie die Kunden im Vorfeld des Beitritts zu dem Fonds über den daraus folgenden Interessenkonflikt aufklären (BGH, Urteil vom 19.12.2006, XI ZR 56/05). Die Unterlassung führt in aller Regel zum Schadensersatzanspruch; die Anleger bekommen ihr Geld von der Bank zurück. "Und das haben die in den meisten von uns vertretenen Mandaten nicht getan," sagt Rechtsanwalt Gröpper.

GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte rät MPC-Betroffenen, sich an einen auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt zu wenden und alle in Betracht kommenden Ansprüche prüfen zu lassen. In den meisten Fällen, meint Rechtsanwältin Schwadtke, können die ihr Geld zurückholen.

Ansprechpartner: Frau Rechtsanwältin Nikola Schwadtke, Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper