Beluga Shipping GmbH läuft langsam auf Grund

Sechs weiterer Beluga-Gesellschaften stellen Insolvenzanträge

 

Hamburg/ Bremen, 23.03.2011. Die aktuelle Krise der Bremer Beluga-Unternehmensgruppe hat sich massiv ausgeweitet. Nachdem in der letzten Woche zunächst die Beluga Chartering GmbH einen ersten Insolvenzantrag gestellt hatte, folgte ihr kurz darauf die Beluga Shipping GmbH. Die Beluga Shipping GmbH ist für die Steuerung und Leitung des operativen Geschäfts der Beluga-Unternehmensgruppe verantwortlich. Nunmehr haben fünf weitere Tochterunternehmen ebenfalls Insolvenzanträge gestellt. Bei den Tochterunternehmen handelt es sich um die Beluga Fleet Management Beteiligungs GmbH, die Beluga Fleet Management GmbH & Co. KG, die Beluga Marine Service GmbH & Co. KG, die Beluga Offshore Crewing GmbH und die Beluga Sea Academy GmbH. Die als Holding fungierende Beluga Group GmbH ist bislang noch nicht betroffen.

 

Die Eigentümer der Beluga-Unternehmensgruppe, der Unternehmensgründer Niels Stolberg und der US-Finanzinvestor Oaktree, beschuldigen sich gegenseitig, für die Insolvenzanträge verantwortlich zu sein. Nach Ansicht von Oaktree sind „erhebliche Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität“ für die Insolvenzanträge verantwortlich. Der Finanzinvestor hatte gegen Stolberg und weitere Unternehmensverantwortliche daher Strafanzeige erstattet. Gegen sie ermittelt die Bremer Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Betrugs in einem besonders schweren Fall und der unrichtigen Darstellung der Gesellschaftsverhältnisse. Stolberg dagegen wirft Oaktree vor, die Krise erst herbeigeführt zu haben. „Für mich sieht es so aus, als ob Oaktree Beluga bewusst in die Insolvenz gedrückt hat“, zitiert der Bremer „Weser Kurier“ den ehemaligen Unternehmenschef, der im Zuge der Krise beurlaubt worden war. Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen hat sich Stolberg im Hinblick auf das laufende Ermittlungsverfahren bislang nicht geäußert.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Jan Peter Wolkenhauer, Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper

Krise bei Beluga Shipping Group weitet sich aus - erste Tochtergesellschaft insolvent

Schiffsfondsanbieter HCI kündigt Charterverträge mit sofortiger Wirkung

Hamburg/ Bremen, 16.03.2011. Die aktuelle Krise der Bremer Reederei Beluga Shipping GmbH hat nun zu einem ersten Insolvenzantrag einer Tochtergesellschaft geführt. Mit der Beluga Chartering GmbH ist das Kerngeschäft der Reederei betroffen. Die Gesellschaft sorgt innerhalb der für die Befrachtung der eigenen Flotte mit Projekt- und Schwergutladung und ist damit für die Beschäftigung der Schiffe verantwortlich. Grund für den Insolvenzantrag sind nach Angaben der Reederei erhebliche Unregelmäßigkeiten bei Umsatz und Liquidität im Charterbereich. Die Muttergesellschaft Beluga Shipping GmbH und weitere Tochtergesellschaften sind bislang noch nicht betroffen. Ihr Überleben ist nunmehr aber fraglicher denn je.

Seitdem die Reederei in die Krise gerutscht ist, haben immer mehr Schiffsfondgesellschaften ihre an Beluga vercharterten Frachter aus der Beluga-Flotte abgezogen. So hat das Hamburger Emissionshaus HCI alle Charterverträge fristlos gekündigt und die 20 betroffenen Schiffe an die Hamburger Hammonia Reederei verchartert. Insgesamt fahren nach Angaben des Bremer "Weser-Kurier" mehr als 40 Charterschiffe mittlerweile nicht mehr für Beluga. Ursprünglich verfügte die Bremer Reederei über 72 Schiffe.

BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwalt Jan Peter Wolkenhauer: „Durch den Insolvenzantrag eskaliert die Lage bei der Beluga Shipping GmbH. Und das könnte weitreichende Folgen für die Schiffsfonds haben, die die Schiffe an die Reederei verchartert hatten oder haben. Denn es ist unseres Erachtens angesichts der allgemeinen Krise der Schiffsbranche höchst zweifelhaft, ob sie für die jeweilige Restlaufzeit für alle Schiffe wirtschaftlich tragfähige Charterverträge mit anderen Reedereien schließen können, wie es HCI möglicherweise gelungen ist. Davon aber hängt es maßgeblich ab, ob sich die bei Emission zugrunde gelegten Finanzprognosen erfüllen lassen.“

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Jan Peter Wolkenhauer

Beluga Shipping GmbH

Finanzkrise bei Beluga Shipping GmbH bedroht zahlreiche Schiffsfonds

Über 30 Fonds mit mehr als 10.000 Anlegern betroffen

Hamburg/ Bremen, 10.03.2011. Die aktuelle Krise der Bremer Reederei Beluga Shipping GmbH (nachfolgend: Beluga) bedroht nun auch eine Vielzahl deutscher Schiffsfonds. Der US-Finanzinvestor Oaktree, der im vergangenen Jahr in zwei Schritten 49,5 % der Beluga-Anteile erworben hatte, hat die Unternehmensführung übernommen und arbeitet zurzeit „mit erheblichen finanziellen und operativen Ressourcen“ an der Sanierung der Reederei. Oaktree hat dazu bereits Gespräche mit Geschäftspartnern und Kapitalgebern geführt, in denen es um einen teilweisen Forderungsverzicht ging. Dadurch soll ein finanzieller Neustart der Reederei erleichtert werden. Anderenfalls drohe nach Angaben von Oaktree sogar die Insolvenz des Unternehmens. Und das könnte für die Anleger der finanzierenden Fonds ein großes Problem werden. Erhebliche Verluste hin bis zum Totalverlust könnten unter bestimmten Umständen die Folge sein.

Das die Schiffsfinanzierung das Hauptproblem für Beluga darstellen soll, dürften von dem Forderungsverzicht insbesondere Kreditgeber und Emissionshäuser, die Beluga-Schiffe finanziert haben, betroffen sein. Sie sollen Zinsen stunden und Charterraten reduzieren. Mehr als 30 Schiffsfonds von mindestens sieben Emissionshäusern haben Schiffe an die Bremer Reederei verchartert. Allein das Hamburger Emissionshaus HCI ist eigenen Angaben zufolge mit 17 Schiffsfonds und 20 Schiffen betroffen. Daneben haben die Jan Luiken Oltmann-Gruppe, EEH Elbe Emissionshaus, Ownership, Nordkontor, K + S Frisia, DHF Deutsche Fonds Holding und Bluewater Schiffe an Beluga verchartert. Die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Hamburger Rechtsanwaltskanzlei BGKS Gröpper Köpke schätzt, dass über 10.000 Anleger mit einem Gesamtinvestitionsvolumen in Höhe von bis zu € 314 Mio. betroffen sein könnten. Auf die Anleger in den Schiffsfonds kommen somit voraussichtlich Einbußen, teilweise bis zum Totalverlust, zu. Zu den finanzierenden Banken zählen die Norddeutsche Landesbank und deren Tochtergesellschaft Bremer Landesbank. Insgesamt fahren derzeit 72 Schiffe für die Bremer Reederei, die nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Schwergutschifffahrt ist.

Unterdessen hat die Bremer Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Unternehmensgründer Niels Stolberg, der sich wegen der aktuellen Krise in der vergangenen Woche aus der Unternehmensführung zurückgezogen hatte, und weitere Unternehmensverantwortliche eingeleitet. Im Raum stehen die Vorwürfe des Betrugs in einem besonders schweren Fall (§ 263 Abs. 3 StGB) und der unrichtigen Darstellung der Gesellschaftsverhältnisse (§ 331 Abs. 1 HGB). Laut Staatsanwaltschaft stehen die Beschuldigten im Verdacht, seit 2009 Umsatzerlöse im dreistelligen Millionenbereich falsch ausgewiesen und so die Kapitalgeber getäuscht zu haben.

BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwalt Jan Peter Wolkenhauer rät den Anlegern der Fonds, sich möglichst schnell von einem auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt beraten zu lassen: „Häufig,“ so Rechtsanwalt Wolkenhauer, „sind den Anlegern die Fonds über Banken und Sparkassen vermittelt worden. In den Fällen folgen aus der Kick-Back-Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs meistens sehr gute Erfolgsaussichten bei der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Die Anleger bekommen dann alle bereits geleisteten Zahlungen zurück und müssen die Fonds-Beteiligung zurückgeben.“

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Jan Peter Wolkenhauer