Platinum AG: OLG verurteilt Hamburger Anlageberater

Hamburg, 27.11.2009. Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg (OLG) hat am 26.08.2009 (6 U 221/08) die Platinum AG zum Schadensersatz wegen der Vermittlung einer Immobilie verurteilt. Hierbei wurde die Platinum AG nicht nur zur Rückzahlung aller bisher vom Anleger erbrachten Zahlungen, sondern auch zur Freistellung des Anlegers von der Darlehensforderung der Immobilien finanzierenden Bank verurteilt.

Hintergrund des Urteils war, dass einem Anleger von der Platinum AG eine Immobilie zu einem rund 40% über dem üblichen Marktpreis liegendem Wert verkauft worden. Das OLG ging bei seiner Entscheidung davon aus, dass zwischen den Parteien ein Beratungsvertrag geschlossen wurde. Der Anleger war nicht über den wirklichen Wert der Immobilie aufgeklärt worden.

Das Hanseatische OLG hat die Platinum AG deshalb folgerichtig nicht wegen der Sittenwidrigkeit des Verkaufs, sondern wegen der Verletzung von Beratungspflichten verurteilt. Das Oberlandesgericht ging davon aus, dass für eine Sittenwidrigkeit des Immobilienkaufvertrages das Missverhältnis zwischen der Leistung und der Gegenleistung nicht hoch genug war. Allerdings entschied das Gericht, dass die Platinum AG aufgrund des Beratungsvertrages dazu verpflichtet gewesen ist, den Anleger über den wirklichen Wert der Immobilie aufzuklären. Denn die Platinum AG ist nicht als Verkäufer, sondern als Berater aufgetreten und hat dem Anleger die Immobilie als gute Anlage mit kontinuierlicher Wertsteigerung empfohlen. Aufgrund des überteuerten Preises ging das OLG davon aus, dass keine Wertsteigung möglich sei.

„Das Urteil ist eine wichtige Entscheidung für den Anlegerschutz“, so Rechtsanwalt Andreas Köpke von der auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger Rechtsanwaltskanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte: „Der OLG hat klargestellt, dass ein Berater die Anleger über den Wert einer Immobilie richtig aufklären müssen, ansonsten haften sie. Betroffene Anleger sollten daher ihre Ansprüche von einem auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Anwalt überprüfen lassen.“

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Andreas Köpke, Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper