Cargofresh AG: Der Insolvenzverwalter berichtet

Reinbek/ Hamburg, 27.04.2010. In dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der Ahrensburger Cargofresh AG fand am 27.04.2010 in den Räumen des Amstgerichts Reinbek die erste Gläubigerversammlung statt. Es wurde die Situation des Unternehmens dargestellt, mehrere Beschlüsse gefast und ein teil der angemeldeten Forderungen geprüft. An dem Termin nahmen ca. 35 Anleger teil.

Der Insolvenzverwalter, Herr Rechtsanwalt Dr. Steffen Koch, berichtete, dass er mittlerweile den Geschäftsbereich des Unternehmens "Energiesysteme" im Rahmen einer übertragenden Sanierung an Führungskräfte verkauft hat und einen Kaufpreis in Höhe von € 250.000,00 erzielt hat. Zudem stand die Veräußerung des CA-Bereichs zur Disposition.

Nach der Schätzung des Insolvenzverwalters beträgt das Vermögen der Gemeinschuldnerin ca. € 1,1 Mio. Dem stehen Forderungen von 1.725 Gläubigern mit einem Gesamtvolumen in Höhe von € 24.263.292,36 entgegen, von denen der Verwalter bislang nur einen Betrag in Höhe von € 854.955,22 anerkannt hat und die Forderungen von praktisch allen Anlegern vorläufig bestritten hat.

Die Begründung für das Bestreiten der Anlegerforderungen war nicht überzeugend. Herr Dr. Koch behauptete, das die Anmeldungen in den meisten Fällen unvollständig gewesen seien. Herr Rechtsanwalt Mark Heinemann von der auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte: "Die Begründung trägt nicht. Mehrere Anleger protestierten lautstark und versicherten, alle notwendigen Dokumente beigefügt zu haben. Das ist auch glaubhaft. Denn die Anweisungen zur Art und Weise der Forderungsanmeldung waren unmissverständlich. Deshalb können wir uns nicht vorstellen, dass alle Anleger Fehler bei der Forderungsanmeldung gemacht haben. Und in unserem Fall behauptete er, dass die Forderungen angeblich nicht fristgerecht eingereicht worden seien, was durch ein entsprechendes Empfangsbekenntnis einer Mitarbeiterin des Insolvenzverwalters unverzüglich und in aller Klarheit widerlegt werden konnte." BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwalt Heinemann weiter: Dadurch entstand der Eindruck, dass er die Prüfung der Forderung insgesamt nicht vornehmen wollte."

BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwältin Catia das Neves Sequeira: "Zudem hatten wir Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Verkaufs des Bereichs Energiesysteme, zumal der Verkaufspreis für ein sich selbst tragendes Unternehmen angesichts des ursprünglichen Kaufpreises in Höhe von € 3,8 Mio. mit € 250.000,00 ganz ungewöhnlich billig erscheint. Deshalb haben wir einen Gläubigerausschuss wählen lassen, dem neben einem Großinvestor und einem Vertreter der Bundesagentur für Arbeit der Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper angehört."

Herr Rechtsanwalt Gröpper forderte denn auch die Prüfung der Schadensersatzansprüche gegen den Cargofresh-Vorstand Peter W. Wich. BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira: "Nach den uns vorliegenden Informationen spricht einiges für die Annahme, dass Herr Wich die Anleger nicht richtig über die tatsächliche Situation des Unternehmens zum Zeitpunkt der Emissionen der beiden Inhaber-Teilschuldverschreibungen informiert hat. Wenn das so wäre, könnten die Anleger, aber auch die Gesellschaft, Schadensersatzansprüche geltend machen."

Ansprechpartner: Frau Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira, Herr Rechtsanwalt Mark Heinemann

Amtsgericht eröffnet Cargofresh-Insolvenz. Was Anleger jetzt wissen müssen.

Hamburg/ Reinbek, 03.02.2010. Das Amtsgericht Reinbek hat am 01.02.2010 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Cargofresh AG eröffnet. Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Steffen Koch wurde zum Insolvenzverwalter bestimmt. Jetzt beginnen für die Gläubiger des Ahrensburger CA-Anbieters wichtige Fristen zu laufen.

Das Gericht fordert beispielsweise alle Anleger dazu auf, ihre Forderungen bis zum 16.03.2010 beim Insolvenzverwalter anzumelden. Dabei müssen die Anleger einiges beachten:

Rechtsanwalt Matthias Gröpper von der auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger Rechtsanwaltskanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte: „Die Anleger müssen bei der Forderungsanmeldung darauf achten, dass sie die Forderung als (erstrangige) Insolvenzforderung nach § 38 InsO zur Tabelle anmelden und ergänzend dazu mit einem Schadensersatzanspruch aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung begründen. Dabei ist aber größte Genauigkeit geboten. Denn nach § 174 Abs. 2 InsO müssen die Gläubiger alle Tatsachen angeben, aus denen die unerlaubte Handlung folgt. Wenn der Anspruch nicht oder nicht richtig begründet wird, droht die Forderung bestenfalls als nachrangige Forderung nach § 39 InsO zur Tabelle genommen zu werden.“

„Nachrangig“ bedeutet in dem Fall, dass die Forderung erst nach allen anderen (erstrangigen) Insolvenzforderungen bedient wird. Und da in der Insolvenz naturgemäß von Anfang zu wenig Geld für alle Forderungen vorhanden ist, gehen diese Gläubiger meistens leer aus. Deshalb rät BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira allen Anlegern, die Forderung von einem spezialisierten Rechtsanwalt anmelden zu lassen.

Darüber hinaus haben wahrscheinlich viele Anleger die Chance, Schadensersatzansprüche gegen die Unternehmensverantwortlichen und die Anlagevermittler, in den meisten Fällen die ACCESSIO Wertpapierhandelshaus AG (früher: Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch AG) geltend zu machen. Im Einzelnen:

Die BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte vertreten mittlerweile über 200 Cargofresh-Geschädigte und über 400 ACCESSIO/ Driver & Bengsch-Geschädigte. Sie kamen in den meisten Fällen zu dem Ergebnis, dass die Anleger die ACCESSIO Wertpapierhandelshaus AG wegen des Verschweigens des Totalverlustrisikos und der Verheimlichung der Annahme der Kickbacks mit hinreichender Erfolgsaussicht auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann. Mittlerweile wurde die ACCESSIO Wertpapierhandelshaus AG in einem der von BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwalt Matthias Gröpper vertretenen Verfahren vor dem Landgericht Itzehoe erfolgreich wegen Beratungsfehlern zum Schadensersatz verurteilt. Das bestätigt die Einschätzung der BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Frau Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira

Cargofresh AG meldet Insolvenz an. Anleger fürchten um ihr Geld.

Hamburger Anlegeranwälte BGKS Gröpper Köpke  raten zur Prüfung der Schadensersatzansprüche gegen die Vermittler.

Hamburg/ Ahrensburg, 13.11.2009. Gestern hat die Unternehmensleitung der Ahrensburger Cargofresh AG vor dem Amtsgericht Reinbek die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Gesellschaft beantragt (8 IN 326/09). Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Steffen Koch wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

Der Cargofresh-Vorstand Peter W. Wich begründete den drastischen Schritt mit der schlechten Auftragslage. Zudem habe die Hauptaktionärin, die Hamburger Ponaxis AG, keinen Überbrückungskredit gewährt. Deshalb drohte die Gesellschaft zahlungsunfähig zu werden.

Rechtsanwalt Matthias Gröpper von der auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger Rechtsanwaltskanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte: „Die Entwicklung kommt nicht ganz überraschend. Die Cargofresh AG kämpfte seit mehreren Monaten um das Überleben.“ Einer der Schlüsselfaktoren war die Zahlungsverpflichtung aus der Emission von zwei Unternehmensanleihen. Die Gesellschaft hatte im Jahr 2005 Inhaber-Teilschuldverschreibungen im Gesamtvolumen in Höhe von bis zu € 8 Mio. (WKN A0EY52) und im Jahr 2006 Inhaber-Teilschuldverschreibungen im Gesamtvolumen in Höhe von  bis zu € 20 Mio. (WKN A0JQ95) herausgegeben. Die Anleihen liefen bis 2010 und bis 2012 und sollten mit 9% p.a. verzinst werden. Die Rückzahlungsverpflichtung aus der ersten Anleihe und der Kapitaldienst auf die beiden Anleihen bedrohte die Liquidität. Deshalb versuchte der Vorstand durch die Einberufung von mehreren Gläubigerversammlungen den Rückzahlungszeitpunkt der 2005/2010-Anleihe zu verschieben und den Zinsdienst auf die beiden Anleihen erheblich zu verringern. Das hatte teilweise Erfolg. Trotzdem hat das am Ende nicht mehr gereicht.

Und jetzt drohen die Anleger das gesamte Kapital zu verlieren. BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwalt Matthias Gröpper: „Es ist in der Situation sehr wichtig, dass sich möglichst viele Anleger organisieren, um den Insolvenzverwalter zu veranlassen, die Anleger zu entschädigen. Dafür haben wir die Interessengemeinschaft Cargofresh AG gegründet.“ Ergänzend dazu prüft BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte für jedes Mitglied die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche gegen die Vermittlerin, in aller Regel die Itzehoer ACCESSIO Wertpapierhandelshaus AG (früher: Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch AG) und direkt gegen den Vorstand geltend zu machen. Rechtsanwalt Matthias Gröpper: „Wir vertreten mittlerweile über 400 ACCESSIO-Geschädigte. In den meisten Fällen haben die Anleger unseres Erachtens ganz ausgezeichnete Erfolgsaussichten, wenn sie nicht über das erhebliche Totalverlustrisiko und die eingeschränkte Handelbarkeit informiert wurden und ihnen die Wertpapiere für die Altersvorsorge empfohlen wurden.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Mark Heinemann

Cargofresh AG: Gläubigerversammlung 21.09.2009 (A0EY52)

Hamburg/ Ahrensburg, 29.09.2009. Am 21.09.2009 fand die zweite Gläubigerversammlung der Ahrensburger Cargofresh AG für die € 8 Mio.-Anleihe 2005/2010  mit der amtlichen WKN A0EY52 statt. Die Gläubiger sollen der Stundung der Zinsen und der Verlegung des Rückzahlungszeitpunktes von 2010 auf 2012 zustimmen.

Gemäß § 11 Abs. 5 des Schuldverschreibungsgesetzes war für die Verabschiedung der Beschlüsse eine ¾-Mehrheit des anwesenden Stimmkapitals erforderlich. Der Abstimmung gingen Beratungen voraus. Der Vorstand der Schuldnerin, Herr Wich, führte aus, dass er nach wie vor von dem unternehmerischen Erfolg überzeugt ist und mittlerweile eine ganze Reihe von Erfolg versprechenden Verhandlungen mit potentiellen Geschäftspartnern geführt hat und warnte gleichzeitig davor, der Verschiebung des Rückzahlungszeitpunktes zu widersprechen, weil die Cargofresh AG dadurch insolvent werden könnte.

Herr Wich hatte im Vorfeld der Abstimmung den Kontakt zu den Rechtsanwälten der auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger Rechtsanwaltskanzlei  BGKS Gröpper Köpke gesucht und die Rechtsanwälte Matthias Gröpper, Andreas Köpke und Catia das Neves Sequeira informell über die aktuelle Situation der Cargofresh AG unterrichtet, weil die BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwälte zu den größten Gläubigervertretern zählen. Durch das Gespräch gewannen die Rechtsanwälte den Eindruck, dass sich das Unternehmen in einer ernsthaften Krise befindet.

Es stellte sich deshalb die Frage, ob der Fortführungsversuch des Unternehmens vertretbar ist. Rechtsanwalt Matthias Gröpper: „Die Anleger hatten sprichwörtlich die Wahl zwischen der Pest und Cholera“. Wenn sie ihre Zustimmung versagen würden, würde das Unternehmen wahrscheinlich in den nächsten Monaten in die Insolvenz gehen und wenn sie die Gesellschaft mit der Verabschiedung der Beschlüsse unterstützen würden, könnte durch die Nachspielzeit im schlechtesten Fall zusätzliches Gesellschaftsvermögen vernichtet werden.  

Nach Rücksprache mit dem Vorstand entschieden sich die Rechtsanwälte, den Fortführungskurs der Cargofresh AG über die Abstimmung in der Gläubigerversammlung zu unterstützen, wenn sie über die Bestellung als Gemeinsamer Vertreter nach dem Schuldverschreibungsgesetz ein Informations- und Auskunftsrecht gegenüber der Gesellschaft erhalten würden, um sich für die hinreichende Berücksichtigung der Anlegerinteressen zu verwenden. Damit war der Vorstand einverstanden. Er setzte sich für die Wahl zum Gemeinsamen Vertreter ein.  Deshalb stimmten wir letztlich für die Verschiebung des Rückzahlungszeitpunktes und mit einer leichten Abänderung für die Reduzierung der Zinsen auf 5 % p.a., solange die Gesellschaft rote Zahlen schreibt. Die Beschlüsse wurden mit 83% der Stimmen verabschiedet.

Den genauen Wortlaut der Beschlüsse finden Sie hier.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Mark Heinemann  

Quo vadis Cargofresh AG: Ende mit Schrecken?

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende? Die Cargofresh-Anleger sind sich noch ganz einig. Die Gläubiger der EUR 8 Mio.-Anleihe waren mehrheitlich für eine Unterstützung der Gesellschaft, wobei die Anleger der zweiten, deutlich größeren EUR 20 Mio.-Anleihe nicht die erforderliche Mehrheit für die Verringerung der Zinsen und die Stundung der Zinsen aufbrachten.

Hamburg, 17.07.2009. Die Ahrensburger Cargofresh AG hielt am 13.07.2009 und am 14.07.2009 Gläubigerversammlungen für die Anleger der beiden Anleihen mit einem Emissionsvolumen in Höhe von EUR 8 Mio. (9 % p. a. , Inhaberschuldverschreibung von
2005 / 2010 (WKN A0EY52), Versammlung vom 13.07.2009) und mit einem Emissionsvolumen in Höhe von EUR 20 Mio. (9 % p. a. , Inhaberschuldverschreibung von
2006 / 2012 (WKN A0JQ95), Versammlung vom 14.07.2009) ab.

Bei der ersten Anleihe (EUR 8 Mio., Laufzeitende 2010) stand auf der Gläubigerversammlung vom 13.07.2009 die Verringerung des Vertragszinses von 9% p.a. auf 5% p.a., die Stundung der Zinsen und die Verschiebung des Rückzahlungszeitpunkts vom 30.06.2010 auf den 30.06.2012 zur Debatte. Da die für die Fassung der Beschlüsse erforderliche Anwesenheit von mindestens  50% des Stimmkapitals nicht erreicht worden war, konnte lediglich über die Einberufung einer zweiten Gläubigerversammlung zur Abstimmung über die betreffenden Beschlüsse, abgestimmt werden. Die dann einzuberufende Gläubigerversammlung wäre unabhängig von der Menge des vertretenen Stimmkapitals beschlussfähig gewesen.

Während der Diskussion der Beschlussfassung vertrat der Vorstand der Cargofresh AG, Herr Wich, die Meinung, dass die Liquiditätsschwierigkeiten der Gesellschaft mit der Krise der Containerschiffahrt als einem möglichen Hauptabnehmer zusammenhänge, es mit der Überwindung der Krise aber sicher bald wieder besser gehen werde.

Die auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwälte Matthias Gröpper und Mark Heinemann und Catia Sofia das Neves Sequeira vertraten auf der Gläubigerversammlung für die BSZ e.V.-Interessengemeinschaft Cargofresh AG eine der größten Gläubigergruppen und stellten mehrere kritische Fragen. Dabei standen Alternativen zur Stundung der Zinsen und der Verschiebung des ursprünglichen Rückzahlungszeitpunkts und die Einschätzung des Vorstands zur Prosperität des Unternehmens im Mittelpunkt. Danach hätten die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und mehrere Geschäftsbanken die Zwischenfinanzierung zur Entspannung der Liquiditätslage abgelehnt. Die Geschäftsbanken begründeten das mit der unzureichenden Bonität der Gesellschaft. Zudem erklärte Herr Wich, dass er keine zuverlässigen Aussagen zur Durchsetzung des Geschäftskonzepts der Container mit der Technik "Controlled Atmosphere" und zur Steigerung der Nachfrage habe. Zu angeblichen Verhandlungen mit Großinteressenten wollte er in der Öffentlichkeit unter Verweis auf die Wettbewerbssituation keine Angaben machen.

Die BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwälte fanden die Aussagen unzureichend. Rechtsanwalt Matthias Gröpper: "Wir haben auf der Versammlung den Eindruck gewonnen, dass die Banken kein Vertrauen in die Gesellschaft haben und die Sanierung der Gesellschaft mehr oder weniger vom Zufall abhängt. Das ist zu wenig gewesen. Wenn der Vorstand die Cargofresh AG mit der Unterstützung der Anleihe-Gläubiger wieder auf Kurs bringen will, muss er konkrete Sanierungsansätze bringen und die Anleger an möglichen Erfolgen überproportional beteiligen. Das hat er unseres Erachtens an dem Montag nicht getan."

Dessen ungeachtet stimmte die Mehrheit der Anleger für die zweite Gläubigersammlung bei der EUR 8 Mio.-Anleihe. Damit machte sie den Weg für die Abstimmung der Anleger über die im Streit stehenden Punkte (Stundung der Zinsen, Rückzahlung erst 2012) frei.

Bei der zweiten Gläubigerversammlung am 14.07.2009 (EUR 20 Mio.-Anleihe, Laufzeitende 2012) ging es vor allem um die Verringerung des Zinssatzes von 9% p.a. auf 5% p.a. und die Stundung der Zinsen bis 2012. Die Verschiebung der Rückzahlung war wegen einer Besonderheit im Schuldverscheibungsgesetz (Gesetz betreffend die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen vom 04.12.1899, SchVG) zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, weil ausschließlich Beschlüsse mit einer Wirkung von höchstens drei Jahren gefasst werden dürfen, § 11 Abs. 1 SchVG. Der Vorstand räumte aber auf Nachfrage von Herrn Rechtsanwalt Matthias Gröpper ein, dass er die Verschiebung des Rückzahlungszeitpunkts zu einem späteren Zeitpunkt zur Abstimmung bringen könnte.

BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira: "Bei der zweiten Versammlung waren die Gläubiger der zweiten Anleihe teilweise gegen die Stundung der Zinsen und stimmten klar gegen Beschlüsse. Sie waren noch nicht einmal mit der erforderlichen Mehrheit mit der Einberufung einer weiteren Versammlung einverstanden. Das ist nach unserer Verständnis ein Mißtrauensvotum gegen die Unternehmensführung gewesen."

Die Meinung der Anleger ist konsequent. Die Gesellschaft hat in den letzten Jahren einen wesentlichen Teil des Emissionserlöses aus den beiden Anleihen im Gesamtvolumen in Höhe von EUR 28 Mio. verbraucht, ohne ein funktionierendes Unternehmen mit einem oder trotz eines nach Aussage des Vorstands Wich einzigartigen und überzeugenden Technolgiekonzepts aufzubauen. BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwalt Matthias Gröpper: "Da stellt sich schon die Frage, ob es allein an der Wirtschaftskrise gelegen hat. Und wir haben die Tatsache negativ bewertet, dass der Aufsichtsrat bei keiner der beiden Versammlungen zu den richtungsweisenden Beschlussabstimmungen anwesend gewesen ist und noch nicht einmal eine Stellungnahme verlesen ließ. Zudem fehlten Erklärungen des Vorstands zur persönlichen Unterstützung der Gesellschaft, beispielsweise durch einen partiellen Gehaltsverzicht, oder die Honorierung des Engagements der Gläubiger durch eine besondere Bonusvereinbarung, über die die Anleger überproportional an der Rettung der Gesellschaft beteiligt werden könnten. Im Übrigen halten wir es, wohl genauso wie die Banken, für höchst unwahrscheinlich, dass die Gesellschaft 2012 ind er Lage ist, die Gesamtforderungen der Anleger in Höhe von mehr als EUR 30 Mio. zu erüllen. Und dann haben die Anleger wieder dieselben Probleme wie jetzt. Das macht keinen Sinn."

Für die Anleger wird sich kurzfristig nichts ändern. BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwältin Sequeira: "Wir gehen davon aus, dass sich die Gesellschaft jetzt ernsthafter nach Alternativen für eine Zwischenfinanzierung umsehen wird und den Anlegern in den nächsten Monaten neue Beschlüsse zur Abstimmung vorlegen wird. Falls das Unternehmen keine neue Wege finden sollte, ist die Insolvenz mit dem Ziel, die Gesellschaft zu sanieren, eine weitere Option."

Und es gab noch eine Randnotiz. Als auf der zweiten Versammlung bekannt wurde, dass sich die Vermittlerin der Anleihen, die Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch AG (heute: ACCESSIO Wertpapierhandelshaus AG) aus Itzehoe durch den ehemaligen Vorstand Nils Petersen vetreten ließ, brandeten die Emotionen hoch. Viele warfen der Vermittlerin vor, nicht richtig über die Risiken aufgeklärt zu haben und die Anleger jetzt allein zu lassen. Die auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierte Hamburger Anlegerkanzlei BGKS Gröpper Köpke kennt die Vorwürfe. Rechtsanwalt Matthias Gröpper: "Wir vertreten mittlerweile über 300 ACCESSIO-Kunden. Viele hatten Cargofresh-Anleihen gekauft. Die meisten berichteten uns, dass sie nicht über das Totalverlustrisiko, die schwierige Veräußerbarkeit und die Zahlung der Rückvergütungen ("Kick-Backs") aufgeklärt wurden. Auf ausdrückliche Nachfrage von BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwältin zu den Kick-Backs bei der Vermittlung der Anleihen räumte Vorstand Wich nur ein, dass die Cargofresh AG die Vermittlung der Anleihen gegenüber Driver & Bengsch AG provisioniert hätten, aber nicht, in welcher Höhe. Deshalb dürfte auch angesichst der äußerst unklaren Situation bei der Emittentin einer am Erfolg versprechendsten Wege die Inanspruchnahme der Vermittlerin bleiben.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Mark Heinemann, Frau Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira

Stellungnahme der Cargofresh AG vom 16.07.2009:

Die Präsenz der Anleihegläubiger war in beiden Gläubigerversammlungen zu gering, um inhaltlich die beantragten Beschlüsse fassen zu können.

Am 13. Juli 2009 wurde zur Anleihe 2005 / 2010 durch Beschluss der Gläubigerversammlung die Voraussetzung für die Einberufung einer zweiten Gläubigerversammlung geschaffen, bei der die Punkte 2.1 (Reduzierung des Zinssatzes von 9 % auf 5 % p.a.) und 2.2 (Verschiebung der Endfälligkeit der Anleihe 2005 / 2010 von 2010 in das Jahr 2012) mit einer Mehrheit von Dreiviertel der in dieser Gläubigerversammlung anwesenden und vertretenen Stimmen beschlossen werden kann.

Am 14. Juli 2009 wurden zur Anleihe 2006 / 2012 die für eine Einberufung einer zweiten Gläubigerversammlung zu den Beschlussvorschlägen erforderlichen Mehrheiten in dieser Gläubigerversammlung nicht erreicht.

Die zum 1. Juli 2009 fälligen Zinszahlungen für die Anleihe 2005 / 2010 und die Anleihe 2006 / 2012 wurden jeweils unmittelbar nach den Gläubigerversammlungen veranlasst.

Quelle: www.cargofresh.ag vom 17.07.2009

Cargofresh in Nöten. Die AG fürchtet die Anleihe 2010 nicht zurückzahlen zu können.

Hamburg, 19.06.2009. Die Cargofresh AG mit Sitz in Ahrensburg vor den Toren Hamburgs hat die Gläubiger der beiden Unternehmensanleihen mit einer Hiobsbotschaft zu den Gläubigerversammlungen am 13.07.2009 und am 14.07.2009 eingeladen: Sie befürchtet, die weiteren Zinszahlungstermin nach dem 01.07.2009 nicht mehr bedienen zu können und "die erforderlichen Mittel zur Vorfinanzierung wichtiger Projekte nicht verfügbar zu haben".  Zudem will die Emittentin die Rückzahlung der Anleihe abweichend vom bisherigen Bedingungswerk nicht schon am 30.6.2010, sondern erst zwei Jahre später fällig stellen; das Geld der Anleger soll erst am 30.06.2012 zurückgezahlt werden.

Rechtsanwalt Matthias Gröpper von der auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger Rechtsanwaltskanzlei BGKS Gröpper Köpke: "Der Ahrensburger Kühl-Containerhersteller befindet sich nach unserer Einschätzung in einer sehr ernsten Situation. Wenn das Geld für die Zinsen nicht mehr da ist, wird das eingesetzte Kapital der Anleger erst recht nicht zurückgezahlt werden können. Deshalb sollten Anleger schnell handeln. "

Die Rechtsanwälte der BGKS Gröpper Köpke-Kanzlei raten deshalb allen Betroffenen, an der Versammlung teilzunehmen. Alle Anleger, die nicht daran teilnehmen können, sollten Ihr Stimmrecht von einem auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt vertreten lassen. Bei der Gläubigerversammlung sollte zudem ein gemeinsamer Vertreter für alle Gläubiger bestellt werden. Das hat den Vorteil, dass die Gläubiger dann ihre Ansprüche direkt über den gemeinsamen Vertreter geltend machen können. Rechtsanwalt Gröpper verfügt über umfangreiche Erfahrungen bei der Vertretung von geschädigten Kapitalanlegern vertritt in mehreren Insolvenzverfahren mehrere tausend Geschädigte im Gläúbigerausschuss und vertritt ausschließlich die Interessen der Kapitalanleger.

"Zudem sollten," so BGKS Gröpper Köpke-Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira, "alle Cargofresh-Anleger die übrigen Wertpapier-Positionen in ihren Depots überprüfen lassen, weil wir festgestellt haben, dass die WPH Driver & Bengsch AG (jetzt: ACCESSIO WPH AG) als (Haupt-) Vermittlerin der Cargofresh-Papiere in vielen Fällen noch andere, sehr riskante Papiere empfohlen hat, die die Zinsen teilweise nicht mehr pünktlich gezahlt haben (Salvator Grundbesitz AG), teilweise bis jetzt nicht gezahlt haben (Pongs & Zahn AG, Genussscheine von Driver & Bengsch) oder sich sogar schon im Insolvenzeröffnungsverfahren befinden (HPE AG), es sich mithin nicht gerade um die glücklichsten Empfehlungen gehandelt hat."

Die auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierte Hamburger Kanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte vertritt mittlerweile über 270 Driver & Bengsch-Kunden und hat mittlerweile in einer ganzen Reihe von Fällen Klagen und Güteanträge eingereicht.

Weitere Informationen zu Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch AG/ ACCESSIO Wertpapierhandelshaus AG finden Sie hier.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Frau Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira