Inter Capital Bank Ltd.: Landgericht Berlin verurteilt einen Vermittler der "Geister-Bank" aus der Karibik zum Schadensersatz

Hamburg, 09.09.2008 - Das Landgericht Berlin hat einem von BGKS Gröpper Köpke vertretenen Anleger gegen einen Inter Capital Bank-Vermittler Schadensersatz in Höhe von € 34.117,00 zugesprochen. Damit folgte das Gericht gleichzeitig dem Vortrag, dass der Anleger das Opfer eines Betrugs wurde.

Der Anleger wurde vom beklagten Vermittler für eine Termingeldeinage bei der Inter Capital Bank Ltd. geworben. Ihm wurde eine Verzinsung in Höhe von 6% p.a. versprochen. Die Zinsen sollten auf den Vertrag gebucht werden. Der Vertrag sollte fünf Jahre laufen. Nach der Beendigung des Vertrags sollte er das Geld komplett zurückerhalten.

Dann kam alles anders. Der Anleger konnte nach der Beendigung des Vertrags weder die Bank noch den Vermittler erreichen. Nachdem er sich an die auf das Kapitalanlagerecht spezialisierte Kanzlei BGKS Gröpper Köpke gewandt hatte, wurde ihm klar, dass er das Opfer eines Betrugs geworden war. Rechtsanwalt Matthias Gröpper von BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte: "Wir wussten, dass die Inter Capital Bank Ltd. spätestens seit Mitte der neunziger Jahre keinen Geschäftsbetrieb mehr unterhalten hatte. Danach waren die ganzen Kontounterlagen gefälscht. Zudem hatte der Vermittler gesagt, dass sie das Geld über ihn überweisen müssen. Das vervollständigte das Bild."

BGKS Gröpper Köpke recherchierte danach den Aufenthaltsort des Vermittlers und nahm ihn Anspruch. Nachdem er außergerichtlich alle Ansprüche zurückgewiesen hatte, wurde geklagt. Und jetzt gab das Gericht der Klage vollumfänglich statt. Dem Anleger wurden € 34.117,00 zugesprochen. Das Urteil ist mittlerweile rechtskräftig.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper

Inter Capital Bank Ltd.: Vorsicht vor den Angeboten der "Geister-Bank" aus der Karibik

Hamburg, 10.10.2006 - Die Inter Capital Bank Ltd. bot deutschen Kunden Festgeldanlagen zu verschiedenen Konditionen an. Die Anleger sollten über die Einlagen in Abhängigkeit zur Laufzeit zwischen zwei und zehn Jahren zwischen sieben und zwölf Prozent p.a. erhalten. Dabei wurde die Inter Capital Bank Ltd. als britische Privatbank mit schweizerischem Management vorgestellt. So heißt es beispielsweise in einem Prospekt, dass die Inter Capital Bank Ltd. eine der vier bedeutendsten Banken Anguillas wäre und den Anlegern eine hoch verzinsliche, steuerfreie Kapitalanlage ohne Währungsrisiko bieten könne. Und die komplette Firmenanschrift lautete: "Inter Capital Bank Ltd. Swiss Management".

Nach der Einzahlung erhielten die Anleger immer wieder Belege der Fa. Inter Capital Bank Ltd., über die gegenüber den Anlegern auf dem Papier die erzielten Renditen oder Zinszahlungen ausgewiesen wurden.

Die Recherchen deutscher Ermittlungsbehörden ergaben dann, dass es sich bei  der Inter Capital Bank Ltd. um eine typische Briefkastenfirma handelte. Die Angaben in den Prospekten waren irreführend, da den Anlegern durch die Bezeichnung Inter Capital Bank – Swiss Management suggeriert wurde, dass es sich bei der Gesellschaft um eine seriöse Bank mit einer Kozession zur Abwicklung von Bankgeschäften mit einer schweizerischen Geschäftsleitung handele. Tatsächlich hat die Inter Capital Bank Ltd. zu keinem Zeitpunkt über eine entsprechenden Zulasung verfügt. Zudem hatte sie auch nicht die für die Tätigkeit in Deutschland zwingedn vorgeschriebene Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz. Nach alledem entstand der Eindruck, dass sich die Firma nur den Schein einer seriösen Privatbank konstruiert hat, um das Vertrauen der Kunden zu erschleichen und diese in Sicherheit zu wiegen, da bekanntermaßen schweizerischen Banken großes Vertrauen entgegen gebracht wird.

Die Initiatoren der Inter Capital Bank Ltd., die Herren Lins und Ruch, wurden bereits im Jahr 1990 vom Obergericht des Kantons Zürich wegen gewerbsmäßigen Betrugs in Zusammenhang mit dem Vertrieb von Inter Capital-Anlagen rechtskräftig strafrechtlich zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die Bank existierte nach den tatrichterlichen Feststellungen der Landgerichte Leipzig und Gera bereits seit 1994 nicht mehr.

Da allerdings nach wie vor unseriöse Vermittler, ausgestattet mit den Geschäftsmaterialien der Betrüger-Bank, in Deutschland versuchen, Kunden zu werben, sollten alle Anleger höchst vorsichtig mit solchen Angeboten umgehen und ggf. die Kriminalpolizei einschalten. Anleger, die bereits Opfer dieser Machenschaften geworden sind, raten wir, zunächst alle rechtlichen Möglichkeiten von einem auf das Kapitalanlagerecht spezialsierten Rechtsanwalt prüfen zu lassen.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper