Clerical Medical Investment Group Limited

Englische Lebensversicherungen wurden für viele zum Lotteriespiel.

Hamburg, 29.08.2008 -  Der engliche Lebensversicherer Clerical Medical Investment Group Limited (CMI) steht unter Beschuss. Er hat seit 1995 in Deutschland Lebensversicherungen vertrieben. Ungefähr 22.000 Policen von den in Deutschland insgesamt 120.000 vertriebenen Verträge wurden mit einer Einmaleinlage mit einem Gesamtvolumen in Höhe von € 2,6 Mrd. verkauft. Nach Schätzungen von Branchenkennern wurden ca. drei Viertel der Versicherungen mit einer Einmaleinlage als Bausteine für kreditfinanzierte Rentenmodelle wie der LEX Konzept Rente, der Sicherheits-Kompakt-Rente der Schnee-Gruppe oder den Novarent-Rentenmodellen verwendet.

Das Konzept der CMI-Versicherungen (hier: Wealthmaster Noble) klang vermeintlich überzeugend. Weil englische Versicherungen nicht an die strengen deutschen Vorgaben zur Investition der Kundengelder gebunden war, konnten sie die Gelder vermeintlich gewinnbringender anlegen. Dadurch habe die Versicherung in den letzten Jahrzehnten praktisch immer Renditen in Höhe von mehr als 8% p.a. erzielt. Zudem gab CMI eine Garantie auf den Erhalt des eingesetzten Kapitals zum Laufzeitende.

In den letzten Jahren verfehlte die CMI die Ergebnisse aus der Vergangenheit regelmäßig. 2006 wurde für den Wealthmaster Noble nur noch ein Wertzuwachs in Höhe von 0,5% ausgewiesen. Dem auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger Rechtsanwalt Matthias Gröpper von BGKS Gröpper Köpke liegen mittlerweile Unterlagen vor, nach denen die tatsächliche performance der Versicherung in den letzten Jahren indes ungleich höher ausgefallen ist: "Seit 2002 wurden von CMI nach unserer Kenntnis Renditen in Höhe 4,2% p.a. erzielt. Es ist völlig unklar, weshalb die nicht voll an die Kunden ausgeschüttet wurden."

Und das ergibt sich nach der Meinung von BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte auch nicht aus dem Prospket. Rechtsanwalt Gröpper: "In dem Prospekt wurde zwar darauf hingewiesen, dass der Wertzuwachs unter bestimmten Bedingungen besonders niedrig ausfallen könnte, gibt aber keinen Hinweis darauf, in welchem Verhältnis die tatsächlich erzielten Renditen an den Anlegern weiter gegeben werden. Das ist unseres Erachtens zu wenig. CMI könnte deshalb unter bestimmten Voraussetzungen haften."

Betroffene sollten sich an einen auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt wenden und alle in Betracht kommenden rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Andreas Köpke

Bundesgerichtshof sagt: CMI Clerical Medical Group haftet.

Viele von der Pleite bedrohte Käufer der Kredit finanzierten Rentenmodelle, allen voran SpaRenta, LEX Konzept Rente, Europlan, Schnee-Rente, können aufatmen. Ein Bericht von Herrn Rechtsanwalt Matthias Gröpper und Frau Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira.

Hamburg/ Karlsruhe, 05.08.2012. Der Bundesgerichtshof hat endlich den englischen Lebensversicherer CMI Clerical Medical Insurance verurteilt (IV ZR 122/11). Die Versicherung muss den Kunden die versprochenen Renditen zahlen. Die Entscheidung ist eine Ohrfeige für die Versicherung. Der Senat stellte fest, dass der kreditfinanzierte Kauf von diesen Lebensversicherungen von Anfang an wirtschaftlich unsinnig gewesen ist und die ausgewiesenen Prognosen in Höhe von 8,5%/ Jahr von Anfang an unrealistisch hoch gewesen sind. Die CMI selbst hat nämlich nur mit 6%/Jahr kalkuliert.  Zudem hat der englische Versicherer die Kunden nicht darüber aufgeklärt, dass die Erträge auch für die Bildung von Reserven verwendet werden können und es im Ermessen der CMI liegt, wie viel sie an die Kunden auszahlt.

Das Urteil dürfte mehrere tausend deutsche Familien vor der Pleite bewahren. Die haben den Kaufpreis für die englische Lebensversicherung nämlich auf Empfehlung unseriöser Vermittler  kreditfinanziert und stehen am Rande des Ruins, weil der Versicherungsvertrag nicht mehr für die Rückzahlung des Kreditsaldos, oft mehrere hunderttausend Schweizer Franken, nicht reicht. Rechtsanwalt Matthias Gröpper von den auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Hamburger GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälten: „Wir haben in den letzten Jahren weit über 300 Betroffene vertreten. Die haben sich für die Altersvorsorge an der LEX Konzept Rente, dem Europlan, der SKR Sicherheits-Kompakt-Rente (Schnee-Rente)  und der SpaRenta beteiligt und standen vor den cherben ihrer Existenz; die Altersvorsorge war weg und dann mussten sie auch noch Haus und Hof verpfänden, um die Kredite zurückzahlen zu können.“

GRÖPPER KÖPKE-Rechtsanwältin Sequeira: „Damit ist jetzt Schluss. CMI haftet. Die Betroffenen können Schadensersatzansprüche geltend machen.“ Und das sollten sie nicht auf die lange Bank schieben. Rechtsanwältin Sequeira: „Mit der Novellierung des Verjährungsrechts wurden die Verjährungsfristen empfindlich verkürzt. Deshalb sollten sich Betroffene unverzüglich an einen auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwalt wenden und alle in Betracht kommenden Ansprüche prüfen lassen.“ Denn verjährte Ansprüche können nicht mehr durchgesetzt werden.

Die Mutter der CMI Clerical Medical Insurance, die Lloyds Banking Group, ist sich der Tragweite der Karlsruher Entscheidung bewusst. Sie hat für die Entschädigung der Versicherten mittlerweile Rückstellungen in Höhe von rund € 225 Mio. gebildet.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Andreas Köpke, Frau Rechtsanwältin Catia Sofia das Neves Sequeira