Sicherheits-Kompakt-Rente (SKR-/ Schnee-Rente): Vermittler haftet wegen Falschberatung

Hamburg, 27.05.2008 - Wir hatten bereits auf die Haftungsmöglichkeiten der Beteiligten hingewiesen und gesagt, dass es im Einzelfall sehr sinnvoll sein kann, Ansprüche gegen den jeweiligen Vermittler geltend zu machen. Denn bei der Sicherheits-Kompakt-Rente der Schnee-Gruppe handelt es sich wie bei den anderen kreditfinanzierten Rentenmodellen LEX Konzept Rente, Sparenta Kombi-Rente, Individual-Rente, Profit-Plan usw. auf gar keinen Fall wegen der eklatanten Risiken hin bis zum Totalverlust auf gar keinen Fall um eine für die Altersvorsorge geeignete Kapitalanlage. Darauf müssen die Anleger wegen der existenziellen Bedeutung der Risiken mit nicht zu überbietender Klarheit hingewiesen werden. Andernfalls können Betroffene unter bestimmten Voraussetzungen Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung geltend machen.

Das wurde bereits vom Gericht bestätigt. Die Vermittlerin wurde wegen gravierender Fehler bei der Beratung im Zusammenhang mit der Vermittlung der Sicherheits-Kompakt-Rente/ "Schnee-Rente" zum Schadensersatz verurteilt. Die Richter konstatierten, dass es entgegen der Bezeichnung als "Sicherheits-Kompakt-Rente" realiter um eine "Risikorente" handelt, die allenfalls bei einem prosperierenden Aktienmarkt aufgehen könnte. Ds wurde in den "Wichtigen Hinweisen" der Vermittlerin aber nicht richtig transportiert. Die Vermittlerin wurde deshalb wegen Falschberatung verurteilt und musste den Anleger u.a. aus dem Kreditvertrag freistellen und alle bereits geleisteten Zahlungen zug-um-zug gegen die Abtretung der Ansprüche aus der Versicherung und den Fonds ersetzen.

Rechtsanwalt Matthias Gröpper von der auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger Kanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte: "Das Urteil ist ein ganz wichtiger Erfolg für alle Schnee-Geschädigten und dürfte die Anspruchsdurchsetzung geschädigter Schnee-Anleger in vergleichbaren Fällen grundsätzlich ganz erheblich erleichtern. Vor diesem Hintergrund halten wir es auch für nicht vertretbar, dass scheinbar mit der Schnee-Gruppe kooperierende Rechtsanwälte aus scheinheiligen Gründen von der Prüfung der Ansprüche der Anleger gegen den Vermittler absehen. Das Urteil belegt doch, dass grundsätzlich Ansprüche möglich sind. Und im Gegensatz dazu steht ein Urteil gegen den Versicherer unseres Wissens noch aus. Aber wenn die Anwälte das weiter verfolgen würden, würde die Schnee-Gruppe wahrscheinlich für die Anwälte keine Werbung mehr machen."

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Andreas Köpke

Weitere Informationen zu den Themen kreditfinanzierte Rentenversicherungen und LEX Konzept Rente finden Sie hier.

Sicherheits-Kompakt-Rente (SKR- /Schnee-Rente): Extrem riskant!

Hamburg, 28.03.2008 - Es gibt eine ganze Reihe von fremdfinanzierten Rentenmodellen, die unter verschiedenen Namen von verschiedenen Gesellschaften vertrieben wurden oder werden. Eines der am häufigsten vertriebenen Modelle ist die Sicherheits-Kompakt-Rente der Schnee-Gruppe.

Nach dem Schnee-Konzept sollten die Anleger eine Einmalzahlung auf einen sofort ausschüttenden Lebensversicherungsvertrag (in aller Regel ein Wealthmaster von Clerical Medical Insurance Group Limited) leisten und gleichzeitg eine Tilgungsversicherung abgeschlossen werden. Diese Zahlungen und die auf die Geschäfte entfallenden weichen Kosten (Provisionen, Disagio und andere Honorare) sollten ca. zu 90% aus einem gleichzeitig aufgenommenen Kredit gezahlt werden. Die restlichen 10% wurden vom Anleger selbst aufgebracht. Beim Kredit handelte es sich um einen sogenannten endfälligen Kredit, der erst zum Laufzeitende getilgt werden musste. Die Zinsen sollten einstweilen durch die Erträge aus der Lebensversicherung und etwaigen Steuervorteilen gezahlt werden. Nach der Rückzahlung der Kreditvaluten sollte der Anleger in den Genuss der lebenslangen Rente kommen.

Das Konzept ging in vielen Fällen nicht auf. Die Lebensversicherung erzielte nicht einmal ansatzweise die für die Zinszahlungen notwendigen Erträge und die Investmentfonds entwickelten sich so schlecht, dass bei vielen Verträgen mittlerweile eine dramatische Deckungslücke entstanden ist. Und diese Deckungslücke vergrößert sich praktsich jeden Tag. Denn nach den von der auf das Kapitalanlagerecht spezialierten Hamburger Kanzlei BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte in Auftrag gegebenen finanzmathematischen Sachverständigengutachten müssten bei den untersuchten Fällen in Abhängigkeit von dem Vertragsbeginn und der Vertragsausgestaltung zukünftig Renditen in Höhe von  durchschnittlich 19% bis zu 41% p.a. erzielt werden. Und das ist völlig unrealistisch. Danach sind bereits viele Kapitalanlagen gescheitert.

Die Schnee-Gruppe glaubt einen Verantwortlichen für das Desaster ausgemacht zu haben. Sie sprechen dem Versicherer die Schuld zu. Das ist nach der Einschätzung des auf kreditfinanzierte Rentenmodelle spezialisierten Hamburger Anlegeranwalt Matthias Gröpper von BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte allenfalls begrenzt richtig: "Natürlich spielt die schlechte performance des Versicherers eine Rolle, aber die Ursachen für die Probleme der Anleger liegen nach unserer Einschätzung ganz wesentlich in der Beratung. In mehreren Fällen sind die Anleger nämlich nicht richtig über die Risiken des Rentenkonzepts Sicherheits-Kompakt-Rente aufgeklärt worden."

Das wurde vor einiger Zeit in einem anderen Fall vom Gericht bestätigt. Die Vermittlerin wurde wegen gravierender Fehler bei der Beratung im Zusammenhang mit der Vermittlung der Sicherheits-Kompakt-Rente/ "Schnee-Rente" zum Schadensersatz verurteilt. Die Richter konstatierten, dass es entgegen der Bezeichnung als "Sicherheits-Kompakt-Rente" realiter um eine "Risikorente" handelt, die allenfalls bei einem prosperierenden Aktienmarkt aufgehen könnte. Ds wurde in den "Wichtigen Hinweisen" der Vermittlerin aber nicht richtig transportiert. Die Vermittlerin wurde deshalb wegen Falschberatung verurteilt und musste den Anleger u.a. aus dem Kreditvertrag freistellen und alle bereits geleisteten Zahlungen zug-um-zug gegen die Abtretung der Ansprüche aus der Versicherung und den Fonds ersetzen.

Derzeit werden viele Sicherheits-Kompakt-Rente-Anleger vom Vertrieb angeschrieben. Ihnen werden Rechtsanwälte empfohlen, die bei der Rückabwicklung des Rentenkonzepts behilflich sein sollen. Einer der Anwälte ließ sich bereits dahingehend ein, dass er zum jetzigen Zeitpunkt lediglich Ansprüche gegen den Versicherer prüfen werde und nicht gegen die Kreditgeberin vorgehen wolle. Das wurde damit begründet, dass man die die Kreditgeberin ins Lager der Anleger ziehen wolle, um dadurch Insiderinformationen zu erhalten. Zudem wird mit keinem Wort erwähnt, dass der Vermittler u.U. haften könnte. Rechtsanwalt Matthias Gröpper von BGKS Gröpper Köpke Rechtsanwälte: "Wir warnen eindringlich vor diesen Angeboten. Die Anleger werden nicht vollständig beraten und können dadurch möglicherweise etwaige Ansprüche gegen die Vermittler und/ oder die Bank verlieren. Es gibt, wie gesagt, bereits ein stattgebendes Urteil gegen die Vermittlerin. Und wir haben auch schon einschlägige Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit kreditgebenden Banken gesammelt."

Betroffen sollten sich möglichst schnell an einen auf das Kapitalanlagerecht spezialisierten Rechtsanwalt wenden und alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen. Denn bestehende Deckungslücken drohen praktisch täglich größer zu werden. Zudem drohen die Ansprüche gegen die Vermittler zu verjähren.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Herr Rechtsanwalt Andreas Köpke