AHBR Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden AG

Stuttgart/Hamburg, 04.10.2006 – Die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) geriet wegen verlustreicher Zinsspekulationen in eine wirtschaftliche Krise. Die Bank wird nach eigenen Angaben für das Geschäftsjahr 2005 einen Verlust von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro erzielen.

Die Bank hatte in einem ganz erheblichen Umfang atypisch stille Beteiligungen und Genussrechte emittiert. Jetzt sollen die Käufer dieser Kapitalanlagen die Verluste (teilweise) ausgleichen: Nach Medienberichten sollen die Genussrechts-Zeichner mit einer Quote von 75% belastet werden. Folglich stünde den betroffenen Anlegern nur noch ein Rückzahlungsanspruch in Höhe von 25 % des eingezahlten Genussrechtskapitals zu.

Angesichts dieser dramatischen Folgen sollten die AHBR-Anleger jetzt prüfen lassen, ob sie verpflichtet sind, diese Verluste auszugleichen. Das gilt gerade auch angesichts der Tatsache, dass die AHBR mittlerweile ihre ehemaligen Vorstände wegen der zweifelhaften Zinsspekulationen auf mehr als EUR 250 Mio. in Regress genommen hat. Darüber hinaus sollen die ursprünglichen Unternehmensverantwortlichen den weiteren, aus Zinsderivatgeschäften folgenden Schaden ausgleichen; der wird auf einen Betrag in Höhe von mehr als EUR 1 Mrd. geschätzt!

Rechtsanwalt Matthias Gröpper von der Hamburger Anlegerschutzkanzlei B|G|K|S Rechtsanwälte: "Betroffene Anleger sollten den Ausgang der Verfahren abwarten. Wenn die Bankmanager verurteilt werden sollten, könnten die Genussrechts-Zeichner die Schadensersatzansprüche verhältnismäßig leicht durchsetzen, weil dei Bank nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum Schadensersatz verpflichtet ist, wenn das Genussrechtskapital kaufmännisch schlechterdings unseriös investiert worden ist."

Allerdings sollten die Anleger darauf achten, dass ihre Schadensersatzansprüche nicht verjähren. Möglicherweise ist die scharfe Verjährung nach dem WpHG anwendbar. Rechtsanwalt Matthias Gröpper: "Dann verjähren die Schadensersatzansprüche gegen die Bank punktgenau drei Jahre nach dem Kauf der Genussrechte. In diesem Fall müssen die Anleger zwingend verjärungshemmende Maßnahmen einleiten."

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper