Südwestrenta Plus

Stuttgart/ Hamburg, 12.11.2006 - Die Südwest-Finanzgruppe mit Sitz in Markdorf in der Nähe des Bodensees hat in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Kapitalanlagen emittiert. Dazu zählen vor allem die Südwest Finanz Vermittlung AG (ab 1995), die Südwest Finanz Vermittlung Zweite AG (ab 1998) und die Südwest Finanz Vermittlung Dritte AG (ab 2004).

Die Anleger konnten bzw. können sich als atypisch stille Gesellschafter an den Firmen beteiligen. Atypisch stille Gesellschafter sind neben den Vermögenswerten des Unternehmens am Ergebnis -und damit: auch am Verlust- der Gesellschaft beteiligt.

Die Beteiligungen wurden als Steigersystem konzeptioniert. Wenn der Anleger durch die ursprüngliche Gesellschaftsbeteiligung keine steuerlichen Vergünstigungen mehr realisieren konnte, sollte er in die nächste Gesellschaft eintreten usw. Dabei blieb die ursprüngliche Beteiligung bestehen.

Bis jetzt beteiligten sich ca. 28.000 Anleger als atypisch stille Gesellschafter an den Südwest Finanz Vermittlung Aktiengesellschaften. Sie konnten sich mit einer Einmaleinlage in Höhe von mindestens € 2.500,00 und/ oder über einen Ratensparplan in Höhe von mindestens € 50,00 pro Monat an den Gesellschaften beteiligen und mussten sich über einen Zeitraum von 10 bis 30 Jahre an die Firma binden. Nach Aussage der Südwest-Finanzgruppe haben sich die Anleger im Durchschnitt mit einem Betrag in Höhe von € 18.000,00 und einer Laufzeit von 19 Jahren verpflichtet.

Nach unserer Einschätzung beteiligten sich eine ganze Reihe von Anlegern mit dem Anlageziel Altersvorsorge an einer der Gesellschaften. Dafür eignen sich die Beteiligungen nicht. Nach einem Urteil des LG Stuttgart dürfen die Südwestrenta-Beteiligungen wegen des Totalverlustrisikos nicht für die Altersvorsorge empfohlen werden (Urteil vom 14.12.2004, 7 O 249/04, nicht rechtskräftig). Zudem wurde mit einigen Anlegern die ratierliche Auszahlung der Auseinandersetzungsguthaben zum Laufzeitende mit einer Verzinsung in Höhe von 6 % p.a. vereinbart. Diese Vereinbarung könnte als unerlaubtes Bankgeschäft bewertet werden (vgl. BGH zur Göttinger Gruppe, Urteile vom 21.02.2005, II ZR 124/03, II ZR 140/03).

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper