P&R-Container: Drastische Verschlechterung der Vermögenslage vieler Betroffener.

23.04.18 19:21

Nach den Feststellungen der vorläufigen Insolvenzverwalter sind die meisten P&R-Anleger nicht Container-Eigentümer geworden. In dem Fall gilt, entschlossen zu handeln, um möglichst schnell möglichst viel von dem eingesetzten Geld zurückzuholen. Rechtsanwalt Gröpper berät und vertritt Betroffene.

Hamburg/ Grünwald, 23.04.2018. Jetzt drohen die meisten P&R-Anleger das noch mehr zu verlieren, wenn sie nicht handeln. Denn nach den Aussagen der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R-Gesellschaften scheinen die viele Betroffenen kein Eigentum an den Containern erworben zu haben. Das soll über 90% sein und würde bedeuten, dass diese  Anleger keine Chance haben, aus der Verwertung „ihres“ Containers das eingesetzte Kapital zu sichern und gegebenenfalls die Miet- und Veräußerungserlöse einzuziehen.

Denn offenbar haben sich die meisten Anleger das Eigentum an den Container nicht zertifizieren lassen. Da die P&R-Gesellschaften nach den Feststellungen der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter den Container auch intern keine Nummern vergeben zugewiesen haben, können diese Container nicht bestimmten Anlegern zugeordnet werden.

Das hat dramatische Folgen. In den Fällen haben die Anleger kein Eigentum an den Container erworben, weil im deutschen Recht für Laien schwerlich nachvollziehbar der Eigentumserwerb aus zwei Rechtsakten, dem Verpflichtungs- und dem Verfügungsgeschäft, folgt.

Denn aus dem bloßen Kauf der Container, dem Verpflichtungsgeschäft, erwirbt der Erwerber noch kein Eigentum, sondern verpflichtet den Veräußerer nur, ihm das Eigentum an dem Container zu verschaffen. Der muss ihm den Container dann übergeben oder, da der Container dem Erwerber denknotwendig nicht wie ein Sack Kaffee oder eine Zeitung „in die Hand gedrückt“ wird, durch Aushändigung eines Besitzkonstituts, im vorliegenden Fall ein Zertifikat, mit dem sich der Container hinreichend bestimmen lässt, verschaffen. Aber die meisten P&R-Anleger haben aus nicht nachvollziehbaren Gründen auf die Aushändigung des Zertifikats verzichtet. In den Fällen gelten die Container als nicht „übergeben“ und damit ist der Eigentumserwerb nicht vollzogen worden.

Dies hat im Insolvenzfall gravierende Nachteile und ist nach der Einschätzung der auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger Gröpper Köpke Rechtsanwälte unter zwei besonderen Gesichtspunkten erheblich: Wenn die Anleger kein Eigentum erworben haben, können sie die Container und die aus der Verwertung der Container gewonnen Nutzungen im Insolvenzverfahren nicht herausverlangen und müssen sich stattdessen in die lange Reihe anderer Gläubiger einreihen und auf eine, erfahrungsgemäß verschwindend geringe, Quote aus der Insolvenzmasse hoffen und können damit wahrscheinlich den Großteil ihres Kapitaleinsatzes abschreiben. Denn eine Heilung des Eigentumsdefizits ist, wenn die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt wurde, in aller Regel ausgeschlossen, weil der Verwalter spätestens nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens alle Vermögensverfügungen, die seit der Eröffnungsbeantragung getätigt wurden und die Masse verringern, anfechten wird.

Das wirft die Frage auf, ob und unter welchen Voraussetzungen die betroffenen P&R-Anleger die Chance haben, den Rest zurückzuholen und auf dieses Frage hat der Gröpper Köpke-Anwalt Matthias Gröpper auch eine Antwort: „Wir beschäftigen uns schon seit geraumer Zeit als Hamburger Anlegeranwälte mit unmittelbarem Elbblick mit dem Container-Markt im Allgemeinen und P&R-Angeboten im Besonderen und haben den Eindruck, dass viele Anleger falsch beraten wurden und gegebenenfalls die Vermittler in die Haftung nehmen können. Denn der unterlassene Hinweis, sich das Eigentum an den Container zertifizieren zu lassen, ist nach unserem Verständnis ein klarer, Schadensersatz begründender Beratungsfehler.“

„Zudem“, ergänzt Anwalt Gröpper, „ziehen wir mittlerweile ernstlich die Haftung der Unternehmensverantwortlichen in Betracht.  Denn nach den Feststellungen des vorläufigen Insolvenzverwalters Jaffe scheint P&R spätestens seit 2016 trotz der fallenden Weltmarktpreise Container verkauft zu haben, um die Mieten zahlen und andere Container zurückkaufen zu können. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob P&R überhaupt alle Container, die sie verkauft haben sollen, jemals gehört haben.“ „In dem Fall“, meint Gröpper, „sprächen wir über Schneeballgeschäfte“.

Die Gröpper Köpke Rechtsanwälte raten deshalb allen Betroffenen, die individuelle Sach- und Rechtslage durch auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierte Rechtsanwälte prüfen und gegebenenfalls zügig und entschlossen Ansprüche gegen Dritte geltend machen zu lassen.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper, Frau Rechtsanwältin Maren Beckmann