Wölbern-Fonds: BGH weist Revision des ehemaligen Vorstands Schulte im Strafverfahren wegen Untreue ab.

01.02.16 20:06

Jetzt ist Strafurteil des Hamburger Landgerichts rechtskräftig. Der ehemalige Vorstand der Privatbank wurde wegen gewerbsmäßiger Untreue in 327 Fällen von der großen Strafkammer zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von zu acht Jahren udn sechs Monaten verurteilt. Eine Information von Herrn Rechtsanwalt Matthias Gröpper.

Hamburg/ Leipzig, 27.01.2015. Jetzt ist das Urteil des Landgerichts Hamburg gegen den ehemaligen Wölbern-Chef Prof. Dr. Heinrich Maria Schulte rechtskräftig. Der Leipziger Bundesgerichtshof für Strafsachen (BGH) hat die Revision gegen die Entscheidung der Großen Strafkammer zurückgewiesen.Schulte muss büßen. 

Das ist nach der Einschätzung des auf das Bank- und Kapitalanlagerecht spezialisierten Hamburger Gröpper Köpke Rechtsanwalt Matthias Gröpper (www.bankrecht24.de) das endgültige Ende des strahlenden Betrügers: "Der Arzt wurde seiner gerechten Strafe zugeführt, nachdem er knapp 30.000 Anleger bestohlen und um € 147 Mio. geschädigt hat." Die Staatsanwaltschaft hatte 12 Jahre Freiheitsstrafe gefordert. "Das wäre", findet Rechtsanwalt Gröpper, "auch gut vertretbar gewesen. Wahrscheinlich hat ihn nur sein Alter vor einer empfindlicheren Haftstrafe gerettet." Schließlich war Prof. Dr. Schulte zum Zeitpunkt der Verurteilung bereits 61 Jahre alt.

Mehrere der von dem Anlegeranwalt vertretenen Betroffenen hatten Strafanzeige gegen ihn erstattet, nachdem sich die Beweise verdichteten, dass er über das geplante Liquiditätsmanagement gegen den Willen vieler Anleger Gelder aus gutlaufenden Fonds entnommen und verschoben hat. "Zu dem Zeitpunkt ahnten wir aber noch nicht, dass Herr Prof. Dr. Schulte knapp € 50 Mio. für eigene Zwecke, beispielsweise die Renovierung einer teuren Villa an der Elbchaussee und Yachten und Privatflügen verpulvert hatte. Das war", gibt Rechtsanwalt Gröpper zu, "überraschend. Offenbar hatte der Mann die Bodenhaftung verloren und konnte mein und dein nicht mehr voneinander unterscheiden." Das findet der Anlegeranwalt "menschlich tragisch".

Gleichzeitig ärgert ihn die Tatsache, dass der Verwalter in dem Insolvenzverfahren über das Vermögen von Herrn Prof. Dr. Schulte, der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Dietmar Penzlin, nach seiner Einschätzung bis jetzt praktisch nichts getan hat, um den Verbleib der restlichen € 100 Mio. aufzuklären: "Denn das könnte vielen Anlegern helfen. Einige Fonds könnte man mit ein paar Millionen wieder flott machen und andere Fonds mit einer Geldspritze zumindest geordnet liquidieren. Aber das scheint diesen Mann nicht zu interessieren".

Deshalb musste der Insolvenzverwalter der Wölbern-Gesellschaften, der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Tjark Thies die Rechtsberater des ehemaligen Wölbern-Chefs, die Wirtschaftsanwälte bird & bird, auf Schadensersatz in Anspruch nehmen. Er fordert mindestens € 130 Mio. Schadensersatz für viele Wölbern-Fonds. Rechtsanwalt Matthias Gröpper begrüßt das entschlossene Vorgehen von Rechtsanwalt Dr. Thies: "Nach meiner Einschätzung war Herr Prof. Dr. Schulte nie in der Lage, dieses geldvernichtende System selbst zu installieren. Er brauchte Hilfe. Und die scheint er von diesen Wirschaftsanwälten erhalten zu haben. Bezeichnenerweise saßen die auch noch im selben Haus. Und die von der Staatsanwaltschaft gesicherte Korrespondenz belastet bird & bird schwer." Zudem weist Gröpper darauf hin, dass es in dem Präzedenz-Fall nur um die Sicherung des Primärschadens geht. Anleger könnten nach seiner festen Überzeugung, wenn bird & bird die Pflichtverletzungen in dem Pilotprozess nachgewiesen werden, die Wirtschaftsanwälte auch noch mit guten Chancen für den Sekundärschaden in Anspruch nehmen."

Die Gröpper Köpke Rechtsanwälte arbeiten seit 2011 für die Wölbern-Anleger und haben mittlerweile viele Erfolge gegen Banken und Sparkasse erzielt. Sie beraten alle Beroffene kostenlos. Oft stellen Prozesskostenfinanzierer die Betroffenen vom Kostenrisiko frei.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper