Die gute Nachricht zum Jahresende für alle ACCESSIO-Kunden: Die DAB bank AG haftet für die Fehler des Wertpapierhandelshauses

02.11.12 16:59

Sensationsentscheidung aus München. Ein anderes Bankhaus haftet für die Schrottberatungen der ACCESSIO AG. Wie das geht? Eine Information von Herrn Rechtsanwalt Mark Heinemann und Herrn Rechtsanwalt Matthias Gröpper.

Hamburg, 02.11.2012. Das Münchener Oberlandesgericht macht die Münchener DAB bank AG für die Beratungsfehler des Itzehoer Skandalfinanzdienstleisters ACCESSIO AG (früher: Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch AG, ACCESSIO Wertpapierhandelshaus AG) verantwortlich (5 U 3672/11, nicht rechtskräftig). Sie rechnet der Bank die Haftung des Wertpapierhandelshauses zu.

„Die Richter gehen davon aus, dass die ACCESSIO AG als Erfüllungsgehilfin der DAB bank AG gearbeitet hat. Das Bankhaus hat die ACCESSIO AG im eigenen Vergütungsinteresse mit der Zuführung von Kommissionsaufträgen aus einem aufklärungs- und beratungsbedürftigen Kundenkreis betraut und es der ACCESSIO AG überlassen, den Auftrag für das Kommissionsgeschäft mit dem Anleger vorzubereiten, die Anleger zum Kauf der Wertpapiere zu veranlassen und damit den Kommissionsauftrag anzubahnen“, sagt der Hamburger Anlegeranwalt Mark Heinemann von den auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälten. Das heißt, dass alle Betroffenen, denen die Risiken der Investments verschwiegen wurden oder die nicht über die Provisionsschinderei aufgeklärt worden sind, können Schadensersatzansprüche gegen die Münchener Banker geltend machen.

Und die Haftung der DAB bank AG ist konsequent, findet der GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwalt Matthias Gröpper: „Die ACCESSIO AG hat die Kunden mit DAB-Dienstleistungen geworben.“ Das Tagesgeldangebot, in aller Regel das Einstiegsgeschäft für die rund 30.000 ACCESSIO-Kunden, war ein DAB-Produkt und das Wertpapierdepot wurde auch über die DAB bank AG geführt. „Und jetzt wurde auch noch bekannt, dass die DAB bank AG einen Teil der Vertriebserlöse, vor allem Provisionen und Zuwendungen der Wertpapieremittentinnen, kassiert hat. Das sieht so aus, als wenn die Itzehoer ACCESSIO-Berater die sprichwörtliche Drückerkolonne der Münchener Bank gewesen sind.“, meint Anlegeranwalt Mark Heinemann.

Die ACCESSIO AG hat ganz konservative, sicherheitsorientierte Kapitalanleger mit hoch verzinsten, an und für sich sicheren Tagesgeldangeboten geworben und die Neukunden in vielen Fällen im Anschluss daran in hochriskante Investments in Wertpapiere der Pongs & Zahn AG, der HPE AG, der Cargofresh AG, der Salvator Grundbesitz AG, der Konservenfabrik Zachow GmbH & Co. KG und der Ponaxis AG (heute: loginet3 AG) reingeredet. Oft mit dem Versprechen, dass das praktisch kein Risiko bestünde. „Fast schon kriminell,“ findet der GRÖPPER KÖPKE Anlegeranwalt Matthias Gröpper: „Viele haben mit diesen Schrotttipps alles verloren. Und das war schon lange erkennbar. Wir haben das erste Mal 2008 vor dem Wertpapierhandelshaus gewarnt.“

Die ACCESSIO-Pleite  dürfte die Bank teuer zu stehen kommen. „Die ACCESSIO AG hat nach unseren Schätzungen bei rund 30.000 Kunden ein Gesamtvermögen in Höhe von mehr als € 200 Mio. verbrannt. Wenn die DAB bank AG dafür gerade stehen muss, wird ihr das sehr weh tun,“ sagt Rechtsanwalt Matthias Gröpper. Und nach der Insolvenz des Itzehoer Wertpapierhandelshauses dürfte die Bank für viele Betroffene ein gern genommener Gegner sein. Die hat nämlich noch viel Geld.

Die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten GRÖPPER KÖPKE Rechtsanwälte raten allen Betroffenen, die Sachen schnellstmöglich von einem Spezialisten prüfen zu lassen. Und sie wissen aus weit über 800 ACCESSIO-Vertretungen in den letzten Jahren: Häufig können Anwälte für die Geschädigten Geld zurückholen.

Ansprechpartner: Herr Rechtsanwalt Mark Heinemann, Herr Rechtsanwalt Matthias Gröpper